Kanarische Inseln – Der Klimawandel hat die Bedeutung einer nachhaltigen Lebensweise in den Vordergrund gerückt, und die kanarische Regierung führt regelmäßig Maßnahmen durch, um die Nachhaltigkeit der Inseln zu fördern. Eine davon ist die Erstellung einer CO2-Bilanz, die der Leiter des kanarischen Ressorts für ökologischen Wandel und Bekämpfung des Klimawandels, José Antonio Valbuena, vorstellte. Demnach sind fünf Gemeinden, die mit den bevölkerungsreichsten Städten der Inseln, für 40% des Kohlendioxidausstoßes der Inseln (10 Mio. Tonnen) verantwortlich. Es handelt sich um die Gemeinden Las Palmas de Gran Canaria (1.644.455,31 CO2e), Santa Cruz de Tenerife (910.216,28 CO2e), La Laguna (673.720,80 CO2e), Telde (422.946,01 CO2e) und Arona (410.397,75 CO2e). Die Kanaren befinden sich dennoch in einer privilegierten Position, da die pro Einwohner und Jahr ausgestoßene CO2-Menge mit 4,72 Tonnen weit unter dem nationalen Schnitt von 7,6 Tonnen pro Person und Jahr liegt.
Bei der Analyse des C02-Fußabdrucks nach Gemeinden und unter Berücksichtigung des Tourismus und der Emissionen im Zusammenhang mit Brennstoffen, Strombedarf und Abfallwirtschaft, sind Lanzarote und Fuerteventura die Inseln mit dem größten CO2-Fußabdruck. Adela Machado, Spezialistin des Ressorts, führte dies auf die geringere Anwendung von erneuerbaren Energien zurück. Es folgen Teneriffa und Gran Canaria, auf die 78% der Emissionen entfallen, da dort 88% der Industrie angesiedelt ist. Machado wies auch auf die CO2-Bilanz von La Palma und La Gomera hin, welche die Plätze zwei und drei belegen, und wo der Anteil der erneuerbaren Energien ebenfalls gering ist. El Hierro ist in dieser Rangliste am besten platziert, da sie die einzige autarke Insel ist.
Die Regierung sieht in der vorgelegten Bilanz eines der ersten Instrumente zur Messung der Auswirkungen und zur Festlegung von Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. Der nächste Schritt ist die Durchführung einer zweiten Bewertung des CO2-Fußabdrucks, einschließlich des Luftverkehrs mit Ziel auf die Kanarischen Inseln.
Eine von der Universität La Laguna (ULL) durchgeführte Studie hat ergeben, dass internationale Flüge für die Hälfte der Kohlendioxidemissionen (6,4 Mio. CO2e) der Kanarischen Inseln verantwortlich sind. „Mit dieser Arbeit werden wir in der Lage sein, abzuschätzen, welchen CO2-Fußabdruck die Kanaren anstreben müssen, um die Emissionen des Luftverkehrs zu kompensieren“, erklärte Valbuena. Er hält die CO2-Bilanz für eine sinnvollere Maßnahme als die von der Europäischen Union geplanten Ökosteuer. Es handelt sich um eine zusätzliche Steuer, die auf internationale Flüge erhoben werden soll, und die sich entsprechend negativ auf die Tourismusbranche der Inseln auswirken würde.