Kürzlich wurde ein neues Kapitel der unendlichen Geschichte aufgeschlagen, die sich Meeres-Schwimmanlage Lago Santiago nennt. Seit mehr als zehn Jahren bemüht sich die Gemeinde Santiago del Teide, zu deren Verwaltungsbezirk Puerto Santiago gehört, um die Verwirklichung dieses Projekts.
In den ersten Jahren scheiterten die Pläne am Geldmangel, inzwischen geht es um Differenzen zwischen dem Küstenamt und der Gemeindeverwaltung unter der Führung von Juan Damián Gorrin Ramos.
Das Projekt ist nicht mehr zeitgemäß, es entspricht nicht den geltenden Vorschriften und muss neu bearbeitet werden, denn es erstreckt sich auf Gelände und Meeresgebiet, die Allgemeingut sind. Das kann mindestens zwei weitere Jahre dauern. Küstenverwaltung und Umweltministerium sind nicht bereit zurückzustecken und verlangen ein neues Projekt.
Vor einigen Tagen hat im Rathaus von Santiago del Teide eine Besprechung stattgefunden, an der neben Gemeindevertretern der Vize-Regierungsdelegierte José Antonio Batista, der Vertreter der kanarischen Regierung für Infrastrukturfragen, Sebastián Ledesma sowie Verantwortliche der Küstenverwaltung teilnahmen. Am 3.Dezember hatte bereits ein Ortstermin an der Baustelle stattgefunden, wo es jedoch zu keinem Ergebnis kam.
Wie Ledesma im Gespräch mit dem Vertreter einer hiesigen Zeitung einräumte, hatte das Küstenamt 2003 eine Teil-Autorisation für bestimmte Installationen erteilt. „Doch was wir brauchen ist eine Konzession und keine Genehmigungen für bestimmte Arbeiten“, monierte er. Er versicherte den Anwesenden, dass die Küstenverwaltung nicht das Gesamtprojekt annullieren will, sondern eine Revision verlangt, bei der die öffentlichen Zonen respektiert werden.
Bürgermeister Gorrín, der schon befürchtet hatte, sein Starprojekt vergessen zu müssen, zeigte sich erleichtert, dass ein Kompromiss in Form einer Änderung der Pläne möglich ist, wenn er sich auch damit abfinden muss, weitere zwei Jahre zu warten.
Die Pläne für den Lago Santiago sehen mehrere Meeresschwimmbecken in verschiedenen Größen vor sowie großzügige Grünzonen und Freizeiteinrichtungen neben der Plaza von Puerto de Santiago mit einem Kostenvoranschlag von 2,3 Millionen Euro, die von der kanarischen Regierung und vom Cabildo aufgebracht werden sollen. Aushubarbeiten haben im Frühjahr dieses Jahres zum Einsturz der Stützmauer und später auch der Straße La Sirena geführt (das Wochenblatt berichtete) was monatelang erhebliche Verkehrsstörungen und enorme Umleitungen verursachte.